Die Verhaltenstherapie ist ein symptom-bzw. problemorientiertes Therapieverfahren. Das bedeutet, sie ist nicht pauschal zu beschreiben, sondern bezieht sich auf individuelle Bedürfnisse, die sich aus speziellen Erkrankungen ergeben.

 

Grundsätzlich liegt der Verhaltenstherapie ein lerntheoretisches Verständnis zugrunde. Man geht davon aus, dass ungünstige, erlernte Verhaltensmuster auf Dauer zu psychischen Störungen führen, wenn sie nicht erkannt und verändert werden. In der Therapie liegt der Fokus darauf, diese Verhaltensmuster und Gedankenabläufe zu erkennen und umzustrukturieren.

 

Bekannte Begriffe in diesem Zusammenhang sind die Methoden der klassischen und operanten Konditionierung. Allerdings beschränkt sich die Verhaltenstherapie nicht nur allein auf diese Lerntheorien.  Besonders in Kombination mit der kognitiven Therapie (nach Beck) hat sich ein bewährtes Therapieverfahren für Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Essstörungen und Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Hier geht es darum, kognitive Strukturen zu erkennen und zu verändern. Ein typisches kognitives Denkmuster bei Depressionen ist beispielsweise der immerwährende Gedankenkreislauf, der sich mit negativen Inhalten beschäftigt und schwer zum Erliegen gebracht werden kann. In der Therapie werden diese Kreisläufe identifiziert und verändert.

Eine Verhaltenstherapie eignet sich auch insbesondere bei Eltern-Kind-Problemen, weil sie bestimmte problematische Handlungsabläufe aufbrechen kann. Eltern, die sich in Erziehungsfragen neu orientieren möchten, greifen häufig auf ein verhaltenstherapeutisch angelegtes Elterntraining zurück.

 

Eine Verhaltenstherapie kann auch Aufschlüsse über jahrelang gebrauchte Abwehrmechanismen geben. Abwehrmechanismen müssen in erster Linie zwar nicht gleich krankhaft sein, da sie wohl ein jeder von uns in sich trägt. Manchmal aber nehmen sie überhand und können zu psychischen Störungsbildern führen, die dann das eigene Leben, aber auch das Leben der Mitmenschen beeinträchtigen können. Wichtig ist hier, dass man das eigene Handeln und die eigene Denkstruktur nicht verurteilt. Vieles ist bereits in der Kindheit erlernt worden und kann nur sehr schwer wieder abgelegt werden. Das ist ganz natürlich und sollte niemals dazu führen, an sich selbst zu zweifeln. Der richtige Umgang und die Arbeit an sich selbst ist der beste  Weg, einschränkende Probleme abzulegen.

 

Der erste Schritt zur Besserung ist die Akzeptanz gegenüber seiner eigenen Person.

 

Denn wir dürfen niemals vergessen: Ein jeder von uns ist einzigartig! Wir sollten uns nicht mit anderen vergleichen. In der Therapie geht es um das Individuum und seine persönlichen Schwächen, aber auch Stärken. Eine Verhaltenstherapie legt nämlich nicht nur unsere problematischen Strukturen frei, sondern zeigt uns genauso, wo unsere tollen Seiten schlummern, denen man vielleicht bis dahin noch nie Beachtung geschenkt hat. Die Akzeptanz der eigenen Person ist ein Schritt, der für viele unerreichbar scheint, aber doch so essenziell für ein zufriedenes Leben bietet. Die Verhaltenstherapie kann uns dazu einen Leitfaden geben.

 

Die Verhaltenstherapie zählt zu einer der kassenzugelassenen Therapieverfahren. Diese Verfahren müssen allerdings von einem psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten ausgeführt werden. Nur in einzelnen Fällen kann entschieden werden, dass die Krankenkasse auch eine Kostenerstattung bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie genehmigt. Bitte informieren Sie sich daher im Vorfeld der Behandlung, ob Ihre Krankenkasse für eine Verhaltenstherapie in meiner Praxis aufkommen kann.