„[...]Vielen Dank für Ihre Offenheit! [...]“ „[...]Die Informationen waren sehr wichtig und interessant [...]“

 

Von einem vergangenen Workshop (Psychoedukation) nehme ich dieses TOLLE Feedback mit nach Hause. Vielen Dank dafür!

Aber ich muss zugeben, dass mich das zum Nachdenken gebracht hat...

...Ja, wieso sollte man sich denn eigentlich für die Offenheit bedanken? Offenheit dafür, dass ich selbst über meine Vergangenheit gesprochen habe, um anderen Menschen das Thema Depression näher zu bringen? Warum ist es denn so untypisch, damit offen umzugehen? Wenn ich eine Grippe hatte, kann ich doch auch offen darüber sprechen – wieso geht das nicht, wenn man eine Depression hatte? Ist es da weniger möglich, wieder gesund zu werden?

Ganz anders als bei körperlichen Erkrankungen geht man nach wie vor mit psychischen Krankheiten nicht offen um. Man zückt lieber den Stempel, als sich damit auseinanderzusetzen, was solch eine Krankheit überhaupt bedeutet. Das ist schade und umso verletzender für Betroffene.

Ich bin dafür, dieses TABU zu brechen! Wir müssen lernen, offen mit unserer Psyche umzugehen und wir müssen anfangen, uns Wissen darüber anzueignen. Wieso lassen wir Menschen lieber in unsere Schlafzimmer gucken, als in unseren Kopf? Es ist tatsächlich so, dass immer mehr für offenen Umgang mit Sexualität oder die Enttabuisierung anderer früherer Tabuthemen gemacht wird. Das Thema Psyche hängt meilenweit hinterher.

Oder weiß jemand, wie viele Frauen sich in einer Wochenbettdepression quälen und nicht einmal wissen, was sie haben? Außer natürlich, wenn ein Außenstehender sehr „verständnisvoll“ anmerkt: „Jetzt reiß dich doch mal zusammen, du hast doch alles und das Kind ist auch noch gesund“! Nur ein kleiner Bruchteil weiß wirklich darüber Bescheid und ist im besten Falle auch dagegen gewappnet.

Oder wenn ein einschneidendes Erlebnis einem den Boden unter den Füßen wegreißt und das Umfeld damit verständnislos umgeht. Man kann mit Worten wie „hab dich nicht so, das wird schon wieder, du muss dich nur mal zusammenreißen“ richtige Verletzungen bei Betroffenen verursachen.

Ich bin dafür, mehr Aufklärung zu betreiben. Aufklärung über psychische Erkrankungen, den Umgang damit (auch als außenstehende Person) und Psychohygiene. Also die aktive Arbeit daran, sich und andere zu schützen und wertschätzend mit der eigenen Psyche und der der anderen umzugehen.

Und heute konnte ich hoffentlich wieder einen kleinen Teil dazu beitragen. Auch alles rund um das Thema Medikamente hat die Teilnehmer dieses Halbtages-Workshops sehr interessiert und bewegt.

Danke für die Inspiration und die Offenheit für meinen Workshop, das hat MICH sehr bereichert!